Die Wahrheit über Vemma – Benötige ich es wirklich?

Vemma entfacht Youtube-Hype

Auf Youtube ist um dieses Produkt in den letzten Wochen ein regelrechter Hype entfacht worden. Jeder "große" Fitness-Youtubechannel ist plötzlich überzeugt von Vemma. Doch was ist Vemma eigentlich? Benötige ich es wirklich und kann ich damit Geld verdienen?

Bei der Vemma Nutrition Company handelt es sich um eine Nahrungsergänzungsmittelfirma, die ihre Produkte seit 2004 aus dem amerikanischen Bundesstaat Arizona vertreibt. Im Gegensatz zu anderen Nahrungsergänzungsmittelfirmen setzt Vemma allerdings nicht auf ein Vertriebsnetz im klassischen Sinne, sondern auf das Multi-Level-Marketing-System (MLM). Man kann das Produkt also (neuerdings auch im hauseigenen Onlineshop erhältlich) über einen "Brand-Partner" erwerben, der im Vemma-Vertriebsnetzwerk integriert ist.

Geld verdienen mit Affiliate Marketing?

Kritik: Das Netzwerk ist dabei hierarchisch aufgebaut. Verkauft ein Brand-Partner also viele Produkte, so steigt er in der Hierarchie weiter auf und verdient so mehr Geld. Die Vemma Nutrition Company setzt also auf Affiliate-Marketing und Mund-zu-Mund Propaganda. Jeder Partner soll aus seinem Bekanntenkreis so viele neue Kunden wie möglich gewinnen.  Und mit jedem neuen Kunden, verdienen die über diesen Personen stehenden Mitglieder sehr viel Geld.

Der Vertrieb erinnert stark an das Prinzip des verbotenen Schneeballsystems. Vemma wehrt sich allerdings vehement dagegen und betitelt ihre Verkaufsstrategie als MLM.

Doch bevor wir das Verkaufssystem kritisieren, nehmen wir erst einmal die angepriesenen Produkte genauer unter die Lupe.

Teures "Wundermittel"

Zu der Qualität des Produktes kann ich nichts sagen, da ich nicht in der Lage bin Labortests anfertigen zu lassen. Laut Nährwertangaben strotzt Vemma nur so von Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien. Allerdings erfindet Vemma das Rad nicht neu und auch Multivitamin-Ergänzungsmittel gibt es schon seit Ewigkeiten. Auffällig ist aber, dass das Produkt meiner Meinung nach äußerst teuer ist. Eine Monatsration Vemma kostet laut offiziellem Onlineshop 75€. 900€ im Jahr für ein Nahrungsergänzungsmittel? Soll ich euch aufzählen, wie viel Obst und Gemüse ihr von diesem Geld kaufen könntet?

Mikronährstoffgehalt der Böden stieg in den letzten Jahren an

Gleichzeitig wird uns  von einigen bekannten Youtubern erzählt, dass wir kaum bis gar nicht in der Lage sind unseren täglichen Vitaminbedarf zu decken. Das Thema Mikronährstoffversorgung scheint plötzlich total interessant zu sein, denn ein Video nach dem anderen ploppt in meiner Youtube-Abo-Box auf. Eine ausreichende Mikronährstoffversorgung sei doch aber so enorm wichtig, um gesund zu leben und Muskeln aufzubauen.  Ich unterstelle ihnen einfach, dass sie absichtlich Versorgungsängste in uns schüren wollen, um ihr neu gefundenes Produkt besser promoten zu können.

Und ich gebe ihnen recht - natürlich ist es essentiell wichtig, sich mit seiner Ernährung konsequent auseinander zu setzen und auch seine Mikronährstoffe ausreichend abzudecken! Doch benötige ich dazu ein Nahrungsergänzungsmittel?

Definitiv nein! Statistisch gesehen ist es nicht sonderlich schwer seinen täglichen Mikronährstoffbedarf mit natürlichen Lebensmittel abzudecken. Studien belegen, dass sich in den letzten Jahrzehnten der Nährgehalt pflanzlicher Lebensmittel nicht änderte. Anders als von Dr. Noack behauptet, welcher sehr gerne als Quelle von Mischa oder Karl genutzt wird, hat sich der Nährstoffgehalt in Böden und Lebensmitteln nicht vermindert, sondern ist sogar in den letzten 50 Jahren angestiegen. Ein verminderte Nährstoffgehalt in den Böden würde zudem schlechtere Ausbeuten der Ernten bedeuten, weshalb Bauern immer darauf bedacht sind, einen hohen Nährstoffgehalt ihrer Böden zu pflegen, um die Effizienz ihrer Pflanzen zu steigern.

Die Angst vor mineral- und vitaminarmen Böden ist also völlig unbegründet. Zudem stecken auch sehr viele Vitamine in tierischen Lebensmitteln, wie Fleisch und Eiern.

Allerdings verändert sich der Nährstoffgehalt je nach Ernte, Transport, Sonneneinstrahlung und Anbausystem.

So deckt man seinen Mikronährstoffbedarf

Um einen Mikronährstoffmangel zu vermeiden, sollte man:

- frische oder tiefgefrorene Lebensmittel einkaufen

- Lebensmittel dunkel aufbewahren

- Obst und Gemüse nur kurz waschen

- vitalstoffschonend zubereiten (dünsten, garen)

Gewisse Verluste lassen sich dennoch nicht vermeiden. Dennoch muss man sich bei täglichem Verzehr verschiedener Obst und Gemüsesorten, bei gleichzeitiger fitnessgerechten Ernährung, keine Sorgen, um eine Unterversorgung machen.

Vemma - Benötigt man es wirklich?

Mein Fazit ist also sehr eindeutig. Vemma ist ein sehr teurer Luxus und wird von der Mehrheit der Sportler nicht benötigt. Die Angst vor einem Mikronährstoffmangel ist völlig unbegründet und wurde in den letzten Tagen und Wochen absichtlich verbreitet, um euch zum Kauf anzuregen.

Im nächsten Blogpost werde ich noch einmal genau erläutern, wie man seine Mikronährstoffaufnahme überwachen und zählen kann. Ihr werdet dort sehen, wie leicht es ist, alle Mikronährstoffe abzudecken!

Wie ist eure Meinung zu dem angepriesenen Wundermittel? Schreibt mir doch einen Kommentar 🙂

3 Gedanken zu „Die Wahrheit über Vemma – Benötige ich es wirklich?“

  1. Ich habe mir Vemma nicht im Detail angesehen und will hier sicher keine Werbung dafür machen. Aber mal allgemein: Mit dem Nährstoffgehalt in Böden magst Du Recht haben, aber wie sieht es mit dem Nährstoffgehalt in Obst und Gemüse aus? Und zum Preis: In meinem Supermarkt kosten Kirschen, die umgerechnet vermutlich nicht mal einer empfohlenen Tagesdosis entsprechen, satte 7€. 10x das Ganze und man ist auf 70€. Fehlen noch 20 Tage im Monat ohne Früchte und das Gemüse ist noch nicht mal mit einberechnet. Wie sieht Deine Rechnung dazu aus? Und wieviel Obst und Gemüse am Tag empfiehlst Du?
    LG

    1. Am besten fährt man, wenn man regionales Gemüse kauf. Dieses ist, wie du schreibst, natürlich etwas teurer. Für 7€ bekomme ich hier 2-2,5kg Kirschen, wobei das auch ein schlechtes Beispiel ist. Wenn man mit wenig Geld haushalten muss, kauft man saisonal, geht abends in die Geschäfte um Sonderpreise mitzunehmen, oder setzt auf Tiefkühlgemüse und Obst (was wahrscheinlich sogar noch die bessere Alternative ist). Dass man dann nicht jeden Tag Kirschen, Mango und Papaya essen kann, sondern auf Äpfel, Birnen, Bananen, Karotten, Paprika etc setzen sollte, ist klar. Aber ich denke es ist dennoch möglich mit wenig Geld seine Mikronährstoffe abzudecken. In Deutschland gibt es laut Studien weitgehend auch keine Unterversorgung. Ich persönliche liebe Obst und Gemüse und habe es in jeder Mahlzeit dabei. Empfehlen würde ich aber mindestens! 5 Portionen verschiedenerfarbiger Gemüse/ Obstsorten am Tag.

  2. Ich gebe @zum-sixpack.de vollkommen Recht, aber man sollte seinen Blickwinkel erweitern und alles einmal probiert haben, bevor man sich ein Urteil bildet

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